Veteranen
a) altgediente Soldaten, die nach ihrer ehrenvollen Entlassung wieder aktiv tätig wurden
b) altgediente, sich im Ruhestand befindende Soldaten
Centurio
Römischer Offizier, stand einer Zenturie (= 80 Mann) vor
Biriciana
Römische Garnison in dem heutigen Weißenburg
Auxiliartruppe
Die römische Armee kannte Legionen, die aus römischen Bürgern bestanden und Hilfs- (Auxiliar-) Truppen, deren Soldaten aus Provinzbewohnern rekrutiert wurden, die in der Regel kein römisches Bürgerrecht hatten. Der Hilfstruppe stand ein Präfekt vor, der üblicherweise aus dem römischen Ritterstand kam.
Signifer
Zum Aufgabengebiet des “Fahnenträgers” gehörte die Auszahlung des Soldes.
Außerdem verwaltete er die Spareinlagen der Soldaten.
Mediana
Römisches Auxiliarkastell, heute Gnotzheim, bei Gunzenhausen
„mulus Marianus"
Maulesel des Marius, Spitzname für die römischen Soldaten nach der Heeresreform des Marius, weil sie soviel zu schleppen hatten.
...schweren Holzschwertern und Schilden
In der Ausbildung benutzten die Rekruten Übungswaffen aus Holz, die das doppelte Gewicht der normalen Waffen hatten.
Grundausbildung
Erste Station der Rekruten zur Erlangung körperlicher Fitness und militärischer Grundkenntnisse.
Dauer der Grundausbildung: 4 Monate
In dieser Zeit mussten die Rekruten täglich 20-25 km marschieren, Waffendrill über sich ergehen
lassen (den Umgang mit Holzschilden und Holzschwertern üben und das Werfen der Pila erlernen)
Tagesablauf
Der Tag eines römischen Soldaten begann mit dem Morgenappell
und einer Befehlsausgabe. Ferner wurden Nachrichten und Anweisungen des Statthalters oder Kaisers verlesen, das Losungswort des Tages genannt, die Sonderaufträge verteilt und von allen Gruppen der Gehorsam geschworen.
Der tägliche
Dienst war geprägt von Waffendrill, Konditionstraining, Exerzieren, Wachdienst, Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten an Waffen, Gerät und militärischen Gebäuden. Dazu kamen Schreibstubenarbeiten, persönliche Dienste für Vorgesetzte und
landwirtschaftliche Arbeiten auf militäreigenem Grund, ferner Bauarbeiten an der Lagerbefestigung, an Straßen, Brücken und Wasserleitungen, aber auch an Verwaltungsgebäuden, Theatern und Tempeln.
„dolabra"
Pionieraxt, die für die Schanzarbeiten verwendet wurde.
Schanzarbeiten
Im 1. Jahrhundert n. Chr. schrieb der Geschichtsschreiber Flavius Josephus Folgendes über den römischen Lagerbau:
“Auch durch einen plötzlichen Überfall kann der Feind nicht viel gegen sie ausrichten; denn wenn sie in das Land des
Feindes eingedrungen sind, lassen sie sich nicht eher auf eine Schlacht ein, als bis sie ein festes Lager aufgeschlagen haben. Dieses legen sie nicht auf’s Geratewohl und unregelmäßig an, noch arbeiten alle durcheinander; vielmehr wird
zunächst der Platz, wenn der uneben ist, geebnet und dann ein Viereck für das Lager abgesteckt. Hierauf macht sich die Schar der Arbeiter mit den nötigen Bauwerkzeugen ans Werk.
Der innere Raum wird für die Zelte eingeteilt; die äußere
Umfriedung gleicht einer Mauer und ist in gleichen Abständen mit Türmen versehen... Vier Tore sind in die Umwallung eingebaut, eins in jede Seite, alle bequem für den Durchgang von Lasttieren und breit genug für etwa nötig werdende
Ausfälle... Die Verschanzung des Umkreises und die ganze innere Lagereinrichtung werden von zahlreichen und geschickten Arbeitern schneller als man denken kann vollendet. Im Notfall wird an der Außenseite der Umwallung ein vier Ellen
tiefer und ebenso breiter Graben gezogen."
Quelle: Flavius Josephus: DER JÜDISCHE KRIEG III, 5, 1-2; Übersetzung von H. Clementz. Leipzig 1978, S. 240;
zitiert aus: Praxis Geschichte 6/98, S. 25
Sold („stipendium")
Beim Tode des
Kaisers Augustus (14 n. Chr.) verdiente ein Legionssoldat im Jahr 225 Denare, ein Centurio 3750 und ein Offizier 7500 Denare. Für die Hilfstruppen war die Bezahlung niedriger. Vermutlich betrug sie 5/6 des Legionärssoldes.
Der Sold
wurde dreimal jährlich ausbezahlt, ein festgesetzter Betrag für die Verpflegung, Waffen und Kleidung
wurde gleich einbehalten. Neben dem Sold gab es für besondere Leistungen noch Auszeichnungen, die in Geld oder in besonders schön verzierten Waffen bestehen konnten (sogenannte „donativa": Feldherrengeschenke). Außerdem wurde bei Feldzügen auch Kriegsbeute verteilt.
Ehe
Es wurden nur unverheiratete junge Männer in das Heer aufgenommen. Während der
20-jährigen Dienstzeit der Legionäre und der 25-jährigen Dienstzeit der Auxiliarsoldaten war es nicht gestattet, eine juristisch gültige Ehe einzugehen. Gründe dafür waren zum Einen, dass der Legionär als Junggeselle im Kampf mutiger sein
konnte, da er nicht an seine Familie denken musste und zum Anderen wollte sich der römische Staat auch nicht mit der Versorgung der Hinterbliebenen auseinandersetzen müssen. Außerdem blieb die Truppe dadurch mobil; sie konnte also
jederzeit ohne Rücksicht auf Familien verlegt werden. Eheähnliche Beziehungen in den Lagerdörfern wurden geduldet.
Nach der ehrenhaften Entlassung (honesta misso) wurde oft das conubium (die Heiratserlaubnis) erteilt. Die Kinder aus diesen Ehen erhielten dann in den meisten Fällen das römische Bürgerrecht, aber nicht allen Frauen wurde dieses Privileg gewährt.
Bürgerrecht
Ein Auxiliarsoldat erhielt am Ende seiner Dienstzeit das römische Bürgerrecht für sich und seine Nachkommen.
Würfeln
Es gab zwei Arten von Würfeln. Der „tessera" entsprach unserem
Würfel mit sechs Seiten, der „talus" war länglich, hatte vier Seiten und bestand aus Tierknochen, die am langen Ende abgerundet waren. Es wurden jeweils vier solcher Würfel geworfen. Der beste Wurf „Venus" war der, wenn alle
Würfel verschiedene Zahlen zeigten. Beim schlechtesten Wurf „Hund" zeigten alle Würfel die gleiche Zahl. Es wurde um Geld gespielt. Wenn jemand zwei oder drei gleiche Zahlen oder einen „Hund" warf, musste er abgestuft in den Topf
einzahlen. Wer eine „Venus" warf, erhielt die Summe.
Thermen
Römische Hygiene- bzw. Badeanstalten. Da nur wenige Wohnhäuser Bäder
hatten, diente der Besuch der Thermen der persönlichen Hygiene. Außerdem war die Therme der Ort, an dem man Geschäftsfreunde traf, wo man Neuigkeiten austauschte und sich vergnügte.
Theater
Zur Unterhaltung gab es in den Städten Freilichttheater, auf deren
Spielplänen Komödien und Tragödien nach griechischem Vorbild und die beliebteren komischen und turbulenten Possenstücke standen, bei denen die Darsteller (meist nur Männer) Masken auf dem Gesicht trugen. Die Possenstücke handelten von
Liebe, Verbrechen, Mord und Tod.
...mehr als zwanzig Jahren
Ein römischer Soldat hatte üblicherweise eine Dienstzeit von 20 Jahren, ein Auxiliarsoldat eine von 25 Jahren.
Verpflegung (cibaria):
Römische Soldaten waren gut versorgt. Jeder
erhielt pro Tag 0,9kg bis etwas über 1kg Getreide. Das Getreide wurde ungemahlen ausgegeben. Die Soldaten, die auf einer “Stube” untergebracht waren, verpflegten sich gemeinsam. Das gemahlene Getreide wurde häufig zu einem Brei angerührt,
der durch den Zusatz von Öl und
verschiedenen Gemüsesorten und Kräutern je nach Jahreszeit verbessert wurde. Weiter wurde Brot und Zwieback gebacken. Fleisch und Eier wurden seltener als heute gegessen; Obst, Beeren und Nüsse ergänzten den Speisezettel. Selbst Muschelschalen wurden in römischen Lagern ausgegraben. Vermutlich waren Meeresfrüchte ein seltenes Vergnügen, denn sie mussten über weite Strecken transportiert werden und wurden wohl eher von Offizieren als Abwechslung ihres Speisezettels dazu gekauft.
Im Feld bildeten Speck, Käse und Zwieback die eiserne Ration, die je nach Lage der Dinge erweitert und ergänzt werden konnte.
Rezept für Kommissbrot “panis militaris”: 500g geschroteter Weizen, 300g angewärmtes Wasser, je
20g Salz und Hefe ergeben Teig für ca. 1 1/2 Pfund Brot, dieser ruht nach intensivem Kneten ca. 20 Minuten zugedeckt neben dem Feuer, dann wird er für 30 - 50 Minuten gebacken (je nach Volumen).
Abfindung
In der Regel gab es zwei Möglichkeiten der Abfindung nach der ehrenvollen Entlassung:
Zum einen gab es die Abfindung durch Zuteilung von Land. Das Land wurde während der Kaiserzeit üblicherweise in den Provinzen in der Nähe der
Standorte vergeben, so dass die Soldaten den Landstrich, in dem sie ihre Dienstzeit beendet hatten, nicht mehr verlassen mussten.
Zum anderen gab es die Möglichkeit, sich mit Bargeld in der Höhe von ca. 3000 Denaren abfinden zu lassen.
Dieses praemium militare stand dem Legionär sofort zur Verfügung. Es kam aber auch oft dazu, dass der Soldat seine Abfindung schnell verschwendete und in relativer Armut weiterleben musste, wenn er nicht eine andere Arbeit fand.
Rekruten
Neu eingezogene, in der Ausbildung befindliche Soldaten.
Der Rekrut (tiro) musste zunächst eine Musterung (probatio) bestehen. Hierbei ging es nicht nur um die Feststellung der körperlichen Tauglichkeit. Der tiro musste auch nachweisen, dass er das volle römische Bürgerrecht besaß (als Auxiliarsoldat musste er zumindest von freier Geburt sein), außerdem musste er unverheiratet sein. Vorbestrafte und Verbrecher wurden ebenfalls nicht in die Truppe aufgenommen.
War die probatio erfolgreich bestanden, erhielt der Rekrut ein Handgeld (viaticum) und wurde zu seiner Dienststelle verfrachtet. Dort wurde er, bevor er sich Legionär nennen durfte, noch einer harten Grundausbildung
unterworfen.

Zur Ausrüstung:
Schild (scutum):
Der Schild besteht aus mehreren übereinander geleimten Holzstreifen, die zu einer gewölbten Platte gebogen werden. Die Außenseite ist mit Filz und Leder überzogen, so dass das Holz nicht splittert, wenn es einen Schwerthieb abfängt.
Die Schilde sind meist mit den Symbolen der Truppe bemalt.
Bei längeren Märschen wurden die Schilde vor Feuchtigkeit und anderen schädigenden Einflüssen durch eine Lederhülle geschützt.
Der Schild war mit durchschnittlich 130 x 65cm so groß, dass der Legionär in gebückter Haltung seinen ganzen Körper schützen konnte.
Helm (cassis oder galea):
Der Helm wurde meist aus Eisen oder Bronze gefertigt und war im Innern gepolstert.
Zwar gab es im Laufe der Zeit viele unterschiedliche Formen, aber das Grundmodell blieb gleich: Ein Helm bestand immer aus der Helmkalotte, Wangenklappen und dem Nackenschutz.
Körperpanzerung:
Bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts nach Christus waren die meisten Legionäre mit einem Kettenpanzer (lorica hamata) ausgestattet. Ein derartiger Panzer bestand
aus miteinander verflochtenen Eisenringen, die guten Schutz gegen Schwerthiebe boten und auch die Durchschlagskraft der Wurfspeere verringerten.
Der Schienenpanzer (lorica segmentata) nahm aber allmählich dessen Platz ein. Er bestand aus auf Lederriemen genieteten, einander überlappenden Metallbändern. Diese boten zunächst noch besseren Schutz als die alte Panzerung. Aber schon im 2. Jahrhundert kam auch der Kettenpanzer wieder auf: Er war zum einen leichter als der Schienenpanzer, außerdem ließ er den Legionären mehr Bewegungsfreiheit.
Wurfspieß (pilum):
Der Wurfspieß bestand aus einem Holzschaft mit einer Eisenspitze und war eine der Hauptwaffen (neben dem Schwert) des Legionärs. Er wurde aus 20 - 30m Entfernung gegen den Feind geworfen. In Verbindung mit seinem relativ hohen Eigengewicht
besaß er dadurch eine sehr hohe Durchschlagskraft.
Die Eisenspitze war so geschmiedet, dass sie sich beim Auftreffen auf die Erde verbog. Auf diese Weise sollte sicher gestellt werden, dass der Feind die Wurfspieße
nicht wiederverwenden konnte.
Schwert (gladius) und Dolch (pugio):
Das Schwert war die eigentliche Hauptkampfwaffe des Legionärs. Es wies eine Länge von 50 - 60cm auf und war um die 6cm breit. Es war beidseitig und nach vorne hin spitz geschliffen, so dass es als Hieb- und Stichwaffe dienen konnte.
Der Dolch, den der Soldat mit sich führte, war nur eine Reservewaffe. Oft war er prächtig verziert, da er auch als Statussymbol im Zivilleben galt.
Schuhe (caligae):
Der Legionär war zumeist mit Sandalen, den sogenannten caligae ausgestattet. Diese wurden aus einem Stück Leder geschnitten, an der Ferse zusammengenäht
und vorne mit Lederriemen zugeschnürt. Die Schuhe waren also offen, was in der relativen Kälte, die im Vergleich zu Italien am Limes herrschte, zu einigen Problemen führte. Abhilfe schafften hier die tibialia. Eine Art Kniestrümpfe, die von den
Legionären bei großer Kälte getragen wurden.
Die Sohle bestand aus mehreren Schichten Leder, die mit Eisennägeln beschlagen waren. So war gewährleistet, dass der Legionär ein Schuhwerk hatte, das die großen
Belastungen durch lange Märsche mit schwerem Gepäck gut überstand.
Sonstige Ausrüstung:
Neben seiner Bewaffnung hatte der Legionär auf den Märschen auch noch sein persönliches Gepäck, das sogenannte sarcina zu tragen. Dies bestand hauptsächlich
aus der Kleidung, dem Proviant und dem Kochgeschirr. Dies alles wurde an einer Tragestange befestigt, der furca, die der Legionär auf den Märschen über der Schulter trug.
Zur weiteren Ausrüstung gehörte neben dem Lederzelt für 8 Mann auch noch das komplette Schanzwerkzeug. Man vermutet aber, dass sowohl Zelt, als auch Schanzwerkzeug meist von Mulis geschleppt wurden, man ist sich dessen aber nicht sicher.